Matcha boomt. Besonders auf Social Media wird der feinpulvrige Grüntee als Wundermittel verkauft und man sieht immer außergewöhnlichere Kreationen. Vom Strawberry Ice Matcha Latte über Matcha Cookies bis hin zu Kosmetik ist alles dabei. Doch woher kommt der Hype und wie gesund ist Matcha wirklich? Der Faktencheck zeigt: fast alle Vorteile, die Matcha haben soll, sind reine Mythen.
Der Geschmack von Matcha wird wohl entweder geliebt oder gehasst. Während die einen den süßlichen, leicht nussigen Geschmack schätzen, schmecken andere nur die berüchtigte grasige Note. Nichtsdestotrotz ist das grüne Pulver aus Japan seit einigen Jahren weltweit am Boomen.
Faktencheck: Was Matcha wirklich kann
Trotz des ganzen Hypes sollte man die Wirkung von Matcha nicht überschätzen. Obwohl auf Social Media immer wieder entsprechende Gerüchte kursieren, gibt es keine ausreichende Studienlage darüber, ob Matcha tatsächlich Krankheiten wie Alzheimer und Krebs vorbeugen kann. Auch, dass Matcha beim Abnehmen helfen soll, ist reiner Mythos. Ausschließlich ein Kaloriendefizit sorgt dafür, dass die Kilos purzeln.
Außerdem sollte man sich beim Kauf von Matcha nicht täuschen lassen. Wenn die Verpackung des Matchas zum Beispiel als Immunbooster beworben wird, haben die Hersteller:innen das Produkt mit zusätzlichem Vitamin C versetzt. Erst dann ist es nämlich in Europa gesetzlich erlaubt, das Matcha-Produkt als Immunbooster zu bezeichnen. Das reine Pulver reicht für diese Bezeichnung nicht aus.
Der lange Weg zum perfekten Matcha
Schon im 12. Jahrhundert importierte ein buddhistischer Mönch das grüne Pulver aus China nach Japan. Dort entwickelte sich die Zubereitung des Tees zu einer rituellen Kunstform, sodass der Matcha, wie man ihn heute kennt, bereits im 16. Jahrhundert zur japanischen Teetradition wurde.
Aber nicht nur der rituelle Hintergrund macht Matcha besonders, sondern auch der aufwändige Anbau auf Teefeldern in Japan. Matcha wird aus den Blättern der Camellia sinensis Teepflanze gewonnen. Die Ernte ist komplex und langwierig. Die Teepflanzen brauchen ganze fünf Jahre, um eine ausgiebige Ernte zu ermöglichen. Außerdem muss der ganze Prozess gut geplant werden. Um die typisch leuchtend-grüne Farbe und den eigenen Geschmack zu erhalten, müssen die Blätter einige Wochen vor der Ernte beschattet werden. Nach der Ernte werden die Blätter gedämpft, getrocknet, von den Stielen befreit und in Steinmühlen vermahlen. Oft können dabei aber nur geringe Mengen von 30 bis 40 Gramm pro Stunde produziert werden.

Warum Matcha immer teurer wird
Der aufwendige Prozess begrenzt die Produktionsmenge, obwohl die globale Nachfrage stark wächst und der Hype um Matcha immer größer wird. Während der Marktwert der globalen Matchaproduktion 2023 noch bei knapp 2,9 Milliarden US-Dollar lag, ist bis 2028 ein Wachstum auf 4,7 Milliarden US-Dollar zu erwarten. Diese große Nachfrage führt zu einem Lieferengpass und setzt die japanischen Teebauern unter Druck. Die Knappheit macht Matcha zum Luxusgut und treibt die Preise in die Höhe. Vermutlich noch ein Grund, weshalb der Tee so begehrt ist.
A matcha a day keeps the doctor away?
Doch ist es nun wirklich gerechtfertigt, in einem Café im Schnitt 6,50 Euro für das Trendprodukt zu bezahlen? Schlussendlich wird der Hype um Matcha weiter zunehmen und weitere Kreationen werden auf Social Media viral gehen. Der tägliche Konsum ist unbedenklich und eine gesündere Alternative zur Tasse Kaffee. Jedoch ist Matcha kein Wundermittel und kann nicht für bedingungslose Gesundheit sorgen.
Ob du also die 6,50 Euro für einen Iced Matcha Latte ausgeben willst oder doch lieber 50 Cent in einen Apfel investieren möchtest, ist schlussendlich dir überlassen…









