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Sebastian Kurz spricht bei einer Pressekonferenz vor mehreren Mikrofonen. Was macht Sebastian Kurz heute? Alles über seine Firmen und Unternehmen, sein Vermögen, seine Kinder und seine Tätigkeit als Unternehmer, Investor und Berater.

Am 29. Juni 2021 gab Bundeskanzler Sebastian Kurz (im Bild) ein Pressestatement zum jüngsten Mädchenmord. Quelle: BKA Florian Schrötter

Was macht Kurz heute? Seine Firmen, sein Vermögen, seine Freunde

Elisabeth Bendl von Elisabeth Bendl
27. August 2026
in International, Österreich
0

Sebastian Kurz ist heute kein Berufspolitiker mehr, sondern Unternehmer, Investor und Berater. Sein wichtigstes Geschäft ist die KI- und Cybersicherheitsfirma Dream. Kurz hält nach eigenen Angaben knapp 15 Prozent an dem Unternehmen, das seit Juni 2026 mit drei Milliarden Dollar bewertet wird. Rein rechnerisch ist sein Anteil damit rund 450 Millionen Dollar wert. Dazu kommen mehrere österreichische Beratungs-, Beteiligungs- und Immobilienfirmen. Kurz verfügt aber nicht nur über Geld und Firmenanteile: Er pflegt ein internationales Netzwerk zu Tech-Milliardären, Investoren, Regierungen, früheren Mitarbeitern und rechten Politikern.

Ende 2021 zog sich Kurz nach seinem Rücktritt als Bundeskanzler aus der österreichischen Spitzenpolitik zurück. Nur wenige Wochen später gründete er seine erste Beratungsfirma. Einer seiner ersten großen Auftraggeber war der US-Milliardär Peter Thiel. Inzwischen ist aus dem ehemaligen Kanzler ein international tätiger Unternehmer geworden, der vor allem zwischen Europa, Israel und den Golfstaaten arbeitet.

Dieser Artikel erklärt, was Sebastian Kurz heute macht, welche Firmen ihm ganz oder teilweise gehören und wie hoch sein Vermögen geschätzt wird. Die politischen Verbindungen zu Peter Thiel, Elon Musk, Donald Trump, Viktor Orbán und anderen Akteuren haben wir in einer eigenen Recherche über Sebastian Kurz und das rechte Netzwerk der Tech-Milliardäre ausführlich untersucht.

Inhalt verstecken
1 Sebastian Kurz heute
2 Welche Firmen besitzt Sebastian Kurz?
2.1 Dream: Die mit Abstand wertvollste Firma von Sebastian Kurz
2.2 SK Beteiligungs und SK Management: Die Firmenzentrale von Kurz
2.3 Connect 2093 Management Consulting: Kurz’ Firma in Abu Dhabi
2.4 AS²K, Cocoon und die Beteiligungen an Start-ups
2.5 Immobilien, AdBlue, Vermögensberatung und ein neues Institut
3 Wie viel Vermögen hat Sebastian Kurz?
4 Das Netzwerk des Sebastian Kurz
4.1 Peter Thiel und das rechte Tech-Netzwerk
4.2 Israel, Abu Dhabi und das Geschäft mit staatlicher Sicherheit
4.3 Alexander Schütz, frühere Kurz-Mitarbeiter und politische Kontakte
5 Langes Treffen mit Herbert Kickl im Parlament
6 Spekulationen über ein Polit-Comeback
7 Häufige Fragen zu Sebastian Kurz heute
7.1 Welche Firma hat Sebastian Kurz?
7.2 Wie reich ist Sebastian Kurz?
7.3 Arbeitet Sebastian Kurz noch für Peter Thiel?
7.4 Kehrt Sebastian Kurz in die Politik zurück?
7.5 Hat Sebastian Kurz Kinder?

Sebastian Kurz heute

Was macht Sebastian Kurz heute? Der Ex-Kanzler und ÖVP-Chef bezeichnet sich heute als Unternehmer, Investor und Berater. Seine Arbeit verteilt sich im Wesentlichen auf vier Bereiche:

  • KI und Cybersicherheit: Kurz ist Mitgründer und Präsident von Dream. Die Firma verkauft KI- und Sicherheitssysteme an Regierungen und Betreiber kritischer Infrastruktur.
  • Unternehmensberatung: Seine SK Management berät vor allem Technologieunternehmen und Kunden, die in Europa und im Nahen Osten tätig sind.
  • Beteiligungen: Über mehrere Gesellschaften investiert Kurz in Start-ups, Immobilien, Finanz- und Beratungsunternehmen.
  • Öffentliche und politische Kontakte: Kurz hält Vorträge, organisiert Treffen und baut mit früheren Mitarbeitern ein Institut für Publikationen und Veranstaltungen auf.

Für Peter Thiel arbeitet Kurz nach eigener Aussage nicht mehr. Ende 2021 war noch angekündigt worden, dass er als „Global Strategist“ für Thiels Investmentgesellschaft tätig werde. Später erklärte Kurz, er sei nie bei Thiel Capital angestellt gewesen, sondern habe Thiel über seine SK Management beraten. Anfang 2025 sagte er in einem ORF-Interview, die Zusammenarbeit sei beendet.

Welche Firmen besitzt Sebastian Kurz?

Sebastian Kurz besitzt nicht eine einzige „Kurz-Firma“, sondern ein Geflecht aus mehreren Gesellschaften und Beteiligungen. Manche gehören ihm vollständig, andere gemeinsam mit Geschäftspartnern. Bei Start-ups sind die Beteiligungshöhen teilweise nicht öffentlich. Die folgende Übersicht zeigt den öffentlich dokumentierten Stand im August 2026:

Firma oder Beteiligung Anteil von Sebastian Kurz Geschäft
Dream knapp 15 Prozent laut Kurz KI, Cyberabwehr und Datenanalyse für Staaten und kritische Infrastruktur
SK Beteiligungs GmbH 100 Prozent direkt Holding für weitere Kurz-Unternehmen und Vermögenswerte
SK Management GmbH 100 Prozent indirekt über SK Beteiligungs Unternehmensberatung, Management und Beteiligungen
SK Liegenschaftsbeteiligungs GmbH 100 Prozent indirekt über SK Beteiligungs Kauf, Verkauf und Verwaltung von Immobilien und Vermögen
Fichte Invest GmbH 100 Prozent indirekt über SK Beteiligungs Verwaltung eigenen Vermögens und Holdingfunktion
Connect2093 Management Consulting Ltd 100 Prozent direkt Unternehmensberatung mit Sitz in Abu Dhabi
AS²K Beteiligungs GmbH 50 Prozent indirekt über SK Management Gemeinsame Investmentgesellschaft mit Alexander Schütz
Cocoon Capital Advisory GmbH 50 Prozent indirekt über SK Management Vermögens- und Unternehmensberatung mit Bernhard Bonelli
GSI GmbH 50 Prozent indirekt über SK Beteiligungs Publikationen, Veranstaltungen, Kongresse und Mitgliedschaftsprogramme
KFF Vision Green GmbH ein Drittel direkt Handel mit chemischen Produkten, insbesondere AdBlue
Aquileia Partners GmbH 15 Prozent direkt plus wirtschaftlich 10 Prozent über AS²K Investments und strategische Unternehmensberatung
Masdar Solar & Wind Coöperatief U.A. keine Beteiligung; Tätigkeit als Direktor Europa-Tochter des staatlich kontrollierten Energieunternehmens Masdar aus Abu Dhabi
Weitere Start-up-Beteiligungen indirekt; genaue Anteile nicht veröffentlicht unter anderem die Pflegeplattform HeldYn

Dream: Die mit Abstand wertvollste Firma von Sebastian Kurz

Das wichtigste Unternehmen von Kurz ist Dream. Er gründete die Firma gemeinsam mit dem israelischen Unternehmer Shalev Hulio und dem KI-Experten Gil Dolev. Dream entwickelt Systeme, die Regierungen, Energieversorger und andere Betreiber kritischer Infrastruktur vor Cyberangriffen schützen sollen. Zusätzlich bietet das Unternehmen Staaten eigene, abgeschottete KI-Systeme an. Diese sollen sensible Daten verarbeiten, ohne sie an große US- oder chinesische Plattformen weiterzugeben.

Im Juni 2026 nahm Dream in einer neuen Finanzierungsrunde 260 Millionen Dollar auf. Dadurch stieg die Bewertung nach Angaben des Unternehmens auf drei Milliarden Dollar. Dream beschäftigte zu diesem Zeitpunkt rund 350 Menschen in Tel Aviv, Wien und Abu Dhabi. Kurz ist Präsident und Mitgründer. Gegenüber dem Handelsblatt bezifferte er seinen Anteil nach der Finanzierungsrunde mit knapp 15 Prozent.

Mitgründer Shalev Hulio war zuvor Chef der israelischen NSO Group, die die Spähsoftware Pegasus entwickelte. Pegasus wurde von staatlichen Kunden auch gegen Journalisten, Oppositionelle und Menschenrechtsaktivisten eingesetzt. Dream betont, selbst keine Spionagesoftware zu verkaufen, sondern Staaten gegen Angriffe zu verteidigen. Aus Hulios Vergangenheit folgt kein Fehlverhalten von Dream oder Kurz. Sie erklärt aber, warum das Unternehmen und seine staatlichen Kunden besonders genau beobachtet werden.

SK Beteiligungs und SK Management: Die Firmenzentrale von Kurz

Die SK Beteiligungs GmbH gehört Sebastian Kurz zu 100 Prozent. Sie ist seine persönliche Holding und besitzt wiederum die SK Management sowie die SK Liegenschaftsbeteiligungs GmbH. Über diese Struktur hält Kurz weitere Anteile an anderen Gesellschaften.

Seit April 2026 gehört auch die Fichte Invest GmbH zu 100 Prozent der SK Beteiligungs GmbH. Geschäftsführer ist Kurz’ früherer Kabinettschef Bernhard Bonelli. Die Gesellschaft dient der Verwaltung eigenen Vermögens und als Holding.

Die SK Management GmbH wurde Anfang 2022 gegründet und war das erste zentrale Unternehmen von Kurz nach seinem Rückzug aus der Politik. Dabei berät sie internationale Unternehmen bei Geschäftsentwicklung und geopolitischen Fragen. Ein Schwerpunkt liegt zudem nach Unternehmensangaben auf dem Technologiesektor und dem Nahen Osten. Allerdings ist nicht öffentlich bekannt, wer aktuell zu den Kunden gehört und wie hoch einzelne Honorare sind.

Finanziell war die Beratung sehr erfolgreich. Die SK Management meldete für 2022 rund 1,9 Millionen Euro Gewinn nach Steuern, für 2023 rund 3,9 Millionen und für 2024 rund 2,38 Millionen Euro. In den ersten drei veröffentlichten Geschäftsjahren waren das zusammen etwa 8,2 Millionen Euro. Das bedeutet allerdings nicht, dass Kurz denselben Betrag als privates Einkommen ausgezahlt bekam: Gewinne können in der Firma bleiben, investiert oder an die Eigentümer-Holding übertragen werden.

Connect 2093 Management Consulting: Kurz’ Firma in Abu Dhabi

Seit 2023 besitzt Kurz mit der Connect 2093 Management Consulting auch eine eigene Beratungsfirma in Abu Dhabi. Laut Recherchen von Der Standard und Follow the Money auf Basis des emiratischen Handelsregisters ist Kurz seit dem 25. Jänner 2023 alleiniger Anteilseigner und Geschäftsführer der Gesellschaft. Damit gehört ihm die Firma vollständig.

Bemerkenswert ist auch der Sitz der Firma: Connect 2093 ist im Al Sila Tower in Abu Dhabi registriert, einem Wolkenkratzer im Besitz des staatlichen Investmentfonds Mubadala. Der Fonds ist wiederum Miteigentümer von Masdar, jenem emiratischen Energiekonzern, bei dessen europäischer Tochter Kurz 2022 als Direktor einstieg.

Was Kurz über Connect 2093 konkret macht, bleibt dagegen weitgehend im Dunkeln. Weder Kunden noch Umsätze oder Mitarbeiterzahlen sind öffentlich bekannt. Auch auf Fragen nach den Hintergründen der Firma gab Kurz gegenüber Der Standard und Follow the Money keine Auskunft.

AS²K, Cocoon und die Beteiligungen an Start-ups

Die AS²K Beteiligungs GmbH gehört je zur Hälfte dem Investor und früheren ÖVP-Großspender Alexander Schütz und der SK Management. Geschäftsführerin ist Kurz’ frühere Kabinettsmitarbeiterin Vera Regensburger. Die Gesellschaft hält unter anderem 5,09 Prozent an der Pflegeplattform HeldYn CARE GmbH, die pflegebedürftige Menschen mit Pflegekräften und Therapeuten verbindet.

An der Medaia GmbH, die die App SkinScreener zur Erkennung auffälliger Hautveränderungen entwickelt, war Kurz dagegen über seine SK Management mit knapp zwei Prozent beteiligt. Im Juli 2024 stieg er aus dem Unternehmen aus.

Über die SK Management hält Kurz außerdem indirekt die Hälfte an der Cocoon Capital Advisory GmbH. Die andere Hälfte gehört einer Firma seines früheren Kabinettschefs Bernhard Bonelli, der auch Geschäftsführer ist. Cocoon ist laut Firmenbuch in der Vermögens- und Unternehmensberatung tätig und hält ebenfalls Beteiligungen. Eine vollständige und laufend aktualisierte Liste aller indirekten Investments ist öffentlich nicht verfügbar.

Immobilien, AdBlue, Vermögensberatung und ein neues Institut

Seit 2025 gehört Kurz über seine Holding auch die SK Liegenschaftsbeteiligungs GmbH. Laut Firmenbuch darf sie Grundstücke und Immobilien kaufen, verkaufen, halten und verwalten. Welche Immobilien die Gesellschaft besitzt, ist öffentlich nicht dokumentiert.

An der KFF Vision Green GmbH hält Kurz direkt ein Drittel. Die beiden anderen Drittel gehören dem Unternehmer Markus Friesacher und Emanuel Fussenegger aus dem Umfeld des früheren OMV-Chefs Rainer Seele. Die Firma handelt nach Angaben aus dem Gesellschaftsvertrag mit chemischen Produkten und wollte insbesondere im Geschäft mit AdBlue tätig werden. AdBlue wird bei Dieselmotoren eingesetzt, um Stickoxide im Abgas zu reduzieren.

Bei der Aquileia Partners GmbH ist Kurz direkt mit 15 Prozent beteiligt. Weitere 20 Prozent hält AS²K, das zur Hälfte Kurz zugerechnet werden kann. Wirtschaftlich kommt Kurz damit auf insgesamt rund 25 Prozent. Aquileia investiert eigenes Kapital und bietet strategische Beratung an. Laut profil beteiligte sich das Unternehmen unter anderem an „Castle Collector“, einer Plattform für den Kauf und Verkauf von Schlössern und historischen Immobilien.

Die GSI GmbH gehört zur Hälfte der SK Beteiligungs von Kurz und zur Hälfte einer Firma von Bernhard Bonelli. Hinter der Abkürzung steht das geplante „Global Shift Institute“. Die Gesellschaft soll Beiträge in klassischen und sozialen Medien publizieren, Veranstaltungen und Kongresse organisieren sowie kostenpflichtige Mitgliedschaften anbieten. Kurz’ Umfeld beschreibt das Projekt als Plattform für Vorträge, Gastbeiträge und internationale Debatten – nicht als Vorbereitung für ein politisches Comeback.

Wie viel Vermögen hat Sebastian Kurz?

Das Vermögen von Sebastian Kurz wird derzeit auf etwa 200 bis 400 Millionen Euro geschätzt. Im Vermögensranking des Wirtschaftsmagazins trend vom August 2026 liegt Kurz auf Rang 86 der reichsten Österreicher. Das Magazin führt ihn in der Vermögensklasse zwischen 200 und 400 Millionen Euro.

Die Schätzung beruht fast vollständig auf seinem Anteil an Dream. Die Rechnung sieht zunächst einfach aus:

  • Bewertung von Dream im Juni 2026: 3 Milliarden Dollar
  • Anteil von Sebastian Kurz: knapp 15 Prozent
  • Rechnerischer Wert: rund 450 Millionen Dollar, also knapp 400 Millionen Euro

Diese 400 Millionen Euro liegen jedoch nicht auf einem Bankkonto. Dream ist ein privates, nicht börsennotiertes Unternehmen. Der Wert ergibt sich aus dem Preis, den Investoren bei der jüngsten Finanzierungsrunde für neue Anteile bezahlt haben. Erst wenn Kurz Anteile verkauft, Dream an die Börse geht oder das Unternehmen übernommen wird, kann aus diesem rechnerischen Wert tatsächlich verfügbares Geld werden.

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Außerdem können bei einem späteren Verkauf Steuern, eine weitere Verwässerung durch neue Finanzierungsrunden und besondere Rechte anderer Investoren den Erlös verändern. Umgekehrt könnte der Anteil bei einem erfolgreichen Börsengang noch mehr wert werden. Scheitert das Unternehmen oder sinkt seine Bewertung, kann der Papierwert stark fallen. Deshalb ist die Bandbreite von 200 bis 400 Millionen Euro seriöser als die Behauptung, Kurz besitze exakt 400 oder 450 Millionen.

Unabhängig von Dream haben auch die Gewinne der SK Management und die übrigen Beteiligungen einen erheblichen Wert. Wie viel Geld Kurz privat entnommen, angelegt oder in weitere Firmen investiert hat, ist nicht öffentlich bekannt. Eine exakte Berechnung seines Privatvermögens ist daher nicht möglich.

Das Netzwerk des Sebastian Kurz

Die Firmen erklären nur einen Teil von Kurz’ Erfolg nach der Politik. Denn für seinen Einstieg ins internationale Beratungsgeschäft waren Kontakte zu Regierungschefs, Fonds, Unternehmern und Entscheidungsträgern in Europa, Israel und den Golfstaaten wichtig. Heute überschneiden sich diese Kontakte zudem mit Kurz’ Beratungsaufträgen, Unternehmensbeteiligungen und eigenen Veranstaltungsformaten.

Peter Thiel und das rechte Tech-Netzwerk

Peter Thiel war einer der ersten öffentlich bekannten Kunden der SK Management. Der PayPal-Mitgründer finanzierte in den USA Donald Trump und vor allem den politischen Aufstieg von J. D. Vance. Sein Datenkonzern Palantir verkauft Software an Militär, Geheimdienste, Polizei und Einwanderungsbehörden. Thiel schrieb bereits 2009, er glaube nicht mehr daran, dass Freiheit und Demokratie miteinander vereinbar seien.

Kurz war für Thiel als früherer Regierungschef mit hervorragenden internationalen Kontakten interessant. Umgekehrt verschaffte Thiel Kurz nach dem Ende seiner politischen Karriere einen raschen Zugang zur globalen Tech- und Investmentwelt. Mehr über Thiels Demokratieverständnis, Palantir und die Unterstützung rechter Politiker steht in unserem ausführlichen Artikel „Sebastian Kurz, Peter Thiel und die Netzwerke der Tech-Milliardäre“.

Israel, Abu Dhabi und das Geschäft mit staatlicher Sicherheit

Dream hat Standorte in Tel Aviv, Wien und Abu Dhabi. Gerade für eine Firma, die an Regierungen und kritische Infrastruktur verkauft, sind politische Kontakte ein wesentlicher Teil des Geschäfts. Kurz pflegte schon als Außenminister und Bundeskanzler enge Beziehungen zu Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Nach seinem Ausscheiden aus der Politik war Kurz außerdem für Masdar tätig, ein staatlich kontrolliertes Energieunternehmen aus Abu Dhabi. Er gehört dem ehrenamtlichen Beirat des von Jared Kushner gegründeten Abraham Accords Peace Institute an. Das Institut wirbt für die politische und wirtschaftliche Annäherung zwischen Israel und mehreren arabischen Staaten. Dieses Netzwerk liegt geografisch genau dort, wo Kurz’ Beratungsfirma und Dream besonders aktiv sind.

Alexander Schütz, frühere Kurz-Mitarbeiter und politische Kontakte

In Österreich ist Investor Alexander Schütz der wichtigste Geschäftspartner von Kurz. Schütz spendete früher große Summen an die ÖVP und besitzt mit Kurz die AS²K. Deren Geschäftsführerin Vera Regensburger arbeitete zuvor in der ÖVP und im Bundeskanzleramt. Später übernahm sie auch Führungsfunktionen beim rechten Portal Exxpress und dessen deutscher Partnerfirma Vius, zu der Nius gehört. Das bedeutet nicht, dass Kurz diese Medien besitzt oder ihre Redaktion steuert. Die Personalien belegen Verbindungen zwischen Kurz’ Firmenumfeld und rechten Medienprojekten.

Mit Bernhard Bonelli, seinem früheren Kabinettschef, betreibt Kurz Cocoon und GSI. Das geplante Global Shift Institute soll Beiträge und Veranstaltungen organisieren. Beim von Kurz und Karl-Theodor zu Guttenberg veranstalteten „Moving Mountains“-Treffen in Seefeld kamen 2025 ehemalige Politiker, aktive Regierungsmitglieder, Investoren, Unternehmer und Medienvertreter zusammen. Wie Kurz über solche Treffen, Firmen und frühere Mitarbeiter ein internationales politisch-wirtschaftliches Netzwerk aufgebaut hat, dokumentiert der Hintergrundartikel zum Kurz- und Tech-Milliardärs-Netzwerk genauer.

Auch politisch bleibt Kurz präsent. Er betont weiterhin seine Nähe zur ÖVP, verteidigt die frühere Koalition mit der FPÖ und bezeichnet sich selbst als politischen Menschen. Seine wirtschaftlichen und politischen Aktivitäten greifen dabei ineinander: Kontakte schaffen Geschäftsmöglichkeiten, und seine Unternehmen verschaffen ihm eine neue Form von Einfluss außerhalb gewählter Ämter.

Langes Treffen mit Herbert Kickl im Parlament

Am 3. Juni 2026 traf Sebastian Kurz den FPÖ-Chef Herbert Kickl im österreichischen Parlament. Das Gespräch im FPÖ-Klub dauerte nach Angaben von Kurz „ein paar Stunden“ und ging von ihm selbst aus. Kurz erklärte später, die beiden hätten ihre gemeinsame Regierungszeit mit ihren positiven und negativen Momenten Revue passieren lassen.

Eine mögliche Mitarbeit von Kurz oder früheren Mitgliedern seines Teams in einer künftigen FPÖ-geführten Regierung sei bei dem Treffen kein Thema gewesen, berichtete „Heute“ unter Berufung auf ein Interview von Kurz mit der „Krone“. Kurz spielte auch die politische Bedeutung des Treffens herunter. Er sei zehn Jahre lang Spitzenpolitiker gewesen und habe weiterhin Kontakt zu Menschen aus der Politik. Er treffe nicht nur Kickl, sondern beispielsweise auch Außenministerin Beate Meinl-Reisinger, erklärte er im Kurier-Podcast.

Ein mehrstündiges Gespräch mit dem FPÖ-Chef ist trotzdem mehr als eine zufällige Begegnung. Kurz regierte bereits von 2017 bis 2019 gemeinsam mit der FPÖ und bewertet diese Zusammenarbeit bis heute überwiegend positiv. Das Treffen ist kein Beleg für ein vereinbartes politisches Comeback. Es dokumentiert jedoch, dass Kurz weiterhin direkten Kontakt zu führenden Akteuren der österreichischen Parteipolitik hat.

Spekulationen über ein Polit-Comeback

Eine Rückkehr in die Politik schließt Kurz öffentlich aus. „Meine Zeit in der Politik habe ich sehr genossen, aber ich möchte nicht mehr in die Politik einsteigen“, erklärte er im Juli 2026 auf Facebook. Seine politische Heimat bleibe die Volkspartei. Er sei weiterhin ein „politischer Mensch“ und habe deshalb Kontakt zu ehemaligen Weggefährten innerhalb und außerhalb der ÖVP, >berichtete der ORF.

Damit sagt Kurz nicht, dass ihn Politik nicht mehr interessiert. Er sagt lediglich, dass er derzeit kein politisches Amt anstrebt. Gegenüber der Financial Times bezeichnete er sich selbst als „Political Animal“ – als einen Menschen, der weiterhin politisch denkt und handelt.

Besonders positiv spricht Kurz bis heute über die frühere Koalition von ÖVP und FPÖ. Im Juni 2026 sagte er in einem Interview mit oe24, er sei mit dieser Regierung „zutiefst zufrieden“ gewesen. Auch im Kurier erklärte Kurz, die Zusammenarbeit mit der FPÖ habe gut funktioniert und er hätte sie gerne fortgesetzt. Schon 2022 hatte er öffentlich bedauert, die Koalition nach Veröffentlichung des Ibiza-Videos beendet zu haben. Er frage sich bis heute, ob dies die richtige Entscheidung gewesen sei, berichtete damals der ORF.

Das lange Treffen mit Kickl, Kurz’ öffentliche Auftritte und der Aufbau des Global Shift Institute halten die Spekulationen über eine Rückkehr am Leben. Allerdings gibt es keinen Beleg für ein geplantes Comeback. Dennoch verfügt Kurz auch ohne Regierungsamt als Unternehmer über Kontakte zu Politik, Kapitalgebern, Medien und Sicherheitsunternehmen.

Häufige Fragen zu Sebastian Kurz heute

Welche Firma hat Sebastian Kurz?

Seine wichtigste Beteiligung ist Dream, ein Unternehmen für KI und Cybersicherheit. Kurz gehören nach eigenen Angaben knapp 15 Prozent. Vollständig kontrolliert er seine SK Beteiligungs GmbH; über sie gehören ihm auch die SK Management und die SK Liegenschaftsbeteiligungs GmbH. An mehreren weiteren Firmen ist er gemeinsam mit Geschäftspartnern beteiligt.

Wie reich ist Sebastian Kurz?

Das Wirtschaftsmagazin trend schätzt sein Vermögen 2026 auf 200 bis 400 Millionen Euro. Der größte Teil davon ist der rechnerische Wert seines Dream-Anteils und damit vorerst nur Vermögen auf dem Papier.

Arbeitet Sebastian Kurz noch für Peter Thiel?

Nach eigener Aussage nein. Kurz erklärte Anfang 2025, dass seine Beratungstätigkeit für Thiel beendet sei. Die frühere Zusammenarbeit bleibt dennoch wichtig, weil sie ihm nach dem Rückzug aus der Politik den Einstieg in die internationale Tech- und Investmentwelt erleichterte.

Kehrt Sebastian Kurz in die Politik zurück?

Kurz schließt eine Rückkehr in ein politisches Amt aus. Seine Kontakte zur Politik und seine öffentlichen Auftritte setzt er fort.

Hat Sebastian Kurz Kinder?

Sebastian Kurz und seine langjährige Lebensgefährtin Susanne Thier haben zwei Söhne. Der ältere Sohn Konstantin wurde 2021 geboren, der jüngere Sohn Valentin 2025.

Stand: 31. August 2026. Beteiligungen und Unternehmensbewertungen können sich durch Verkäufe, Kapitalerhöhungen und neue Finanzierungsrunden verändern.

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