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Historische Aufnahme von drei US-Marines in Felduniform. Das Bild steht symbolisch für US-Militäreinsätze in Asien während des Kalten Krieges, etwa im Kontext des Vietnamkriegs.

Unsplash | KI kolorieren

Vietnamkrieg, Bomben, Todesschwadronen: Die USA und ihre Spur der Zerstörung in Asien

Noah Düker von Noah Düker
19. Mai 2026
in Geschichte, Politik
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Während des Kalten Krieges hinterließen die USA in Asien eine Spur der Zerstörung. Der Vietnamkrieg steht bis heute wie kaum ein anderer Krieg für diese Eskalation. Doch er war nicht das einzige Kapitel: Auch Indonesien, Laos, Kambodscha und Korea wurden zu Schauplätzen von Bombardierungen und Gewalt, deren Folgen bis in die Gegenwart reichen.

Indonesien 1965: Todesschwadronen im Schatten des Kalten Krieges

Nach dem Zweiten Weltkrieg wird Indonesien von den Niederlanden unabhängig. Während des Krieges war der Inselstaat von Japan besetzt worden. Infolge des Abzugs japanischer Truppen nach Kriegsende besetzten britische und australische Truppen das Land.

Die Niederlande versuchten, die Unabhängigkeit ihrer Kolonie zu verhindern. Das Militär wurde entsandt, die Indonesierinnen und Indonesier erkämpften jedoch ihre Freiheit. Nach Verhandlungen in Den Haag wurde 1949 die Republik Indonesien ausgerufen. 

Infobox: Indonesien als Kolonie

Die Inselnation Indonesien war seit dem 17. Jahrhundert nach und nach durch die Niederlande kolonialisiert worden. 1602 eroberten die Holländer Jakarta. Indonesien wurde von der „Holländisch-Ost-Indien-Gesellschaft“ regiert und verwaltet, bis diese 1799 bankrottging. Erst im 19. und 20. Jahrhundert gelang es den Kolonialisten, das gesamte Gebiet des heutigen Indonesien von den eigentlichen Bewohnern zu erobern. Die Regentschaft der Niederlande über die Inseln war geprägt von Ausbeutung und massiver Gewalt gegen die einheimische Bevölkerung.

Doch schon 1950 kam es zu einem ersten Putschversuch in der jungen Republik. Der niederländische General Raymond Westerling scheiterte an der gewaltvollen Übernahme der Regierung. Indonesiens Präsident Sukarno nahm den Putsch zum Anlass, seine Macht im Staat auszubauen, und regierte zunehmend autoritär.

Als 1965 die Kommunisten an einem angeblichen Putschversuch scheiterten, begann eine „Säuberungsaktion“ des Landes – die Kommunisten sollten vertrieben und vernichtet werden. Später kamen massive Zweifel an der Echtheit des Versuchs auf. Bis heute wurde keine offizielle Untersuchung der Ereignisse des 30. Septembers 1965 und des angeblichen Coup d’État durchgeführt. 

Im Zuge der Massaker von 1965 bis 1966 wurden zwischen 500.000 und einer Million Menschen ermordet. Manche Schätzungen gehen sogar von bis zu drei Millionen Toten aus.  Das indonesische Militär unter der Leitung von General Suharto stellte mit Unterstützung der CIA sogenannte „Todesschwadrone“ zusammen, deren Aufgabe es war, möglichst viele vermeintliche Kommunisten zu finden und zu töten.

Nach dem Ende der Massaker wurde Präsident Sukarno von General Suharto abgelöst, der als Diktator das Land regierte. Die Diktatur, die auch als „Orde Baru“ (dt. „Neue Ordnung“) bekannt ist, regierte mit Unterstützung der USA bis 1998 das Land. Seine Regentschaft ist von Menschenrechtsverletzungen geprägt.

Einen verstörenden Blick auf diese verdrängte Gewalt bietet der Dokumentarfilm The Act of Killing, in dem frühere Mitglieder indonesischer Todesschwadronen ihre Morde vor der Kamera nachstellen.

Vietnamkrieg (1961–1975): Als die Supermacht im Dschungel scheiterte

Bis 1955 war Vietnam Teil der französischen Kolonie „französisch Indochina“, die neben Vietnam auch die Länder Kambodscha und Laos umfasste. Nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Abzug der japanischen Truppen, die das Land während des Krieges besetzt hatten, entbrannte ein Unabhängigkeitskrieg. Die drei Länder kämpften unter der Führung von Ho Chi Minh gegen die Kolonialmacht Frankreich. 1955 zogen die Franzosen ab, doch Vietnam wurde entlang des 17. Breitengrades gespalten. Der Norden wurde zur Kommunistischen Republik Vietnam, während der Süden zum westlich orientierten Staat Vietnam wurde.   

Schon bald nach der Spaltung taten sich Bruchlinien im Süden auf. Der Präsident des Landes, Diem, regierte autoritär und ging gegen ethnische Minderheiten vor. Der Norden entsandte Guerrilla-Kämpfer:innen in den Süden. Auch die USA beginnen im Süden, militärisch aktiv zu werden. Ziel der USA war es, die Ausbreitung des Kommunismus in der Region zu verhindern.

Man glaubte, dass es, wenn ein Land kommunistisch wird, zu einem Dominoeffekt kommen würde. Präsident Kennedy verstärkt das US-amerikanische Aufgebot in Südvietnam weiter. Nach Kennedys Ermordung 1963 setzt sein Nachfolger Lyndon B. Johnson seine Linie fort. 1964 kam es zu einem Zwischenfall in der Tonkin-Bucht. Ein Schiff der US-Marine versenkte drei nordvietnamesische Schnellboote. Der Vorfall wird zur Rechtfertigung weiterer militärischer Einmischung der USA im Konflikt. 

Immer mehr US-Truppen wurden in den Süden entsandt, mit dem Ziel, die kommunistischen Guerillas, „Viet Cong“, die inzwischen ihre Aktivitäten ausgebaut hatten, zu bekämpfen. Doch sowohl die US-Armee als auch die südvietnamesische Armee „ARVN“ waren dem asymmetrischen Kampf gegen die Guerillas gewappnet.

Trotz der technologischen und zahlenmäßigen Überlegenheit gelang es den USA nicht, Nordvietnam zurückzuschlagen. Über den Ho-Chi-Minh-Pfad, einer Versorgungsstraße durch den Dschungel, versorgte der Norden seine Kämpfer im Süden. Der Krieg eskalierte, Brandbomben wie Napalm oder weißer Phosphor wurden eingesetzt. Die Bilder, die um die Welt gehen, schockierten nicht nur die US-Verbündeten, sondern auch die US-Gesellschaft. Als Bewegung gegen den Vietnamkrieg bildeten sich verschiedene Gruppen, meistens kollektiv „Hippies“ genannt. 

Infobox: Ho-Chi-Minh Pfad

Der Ho-Chi-Minh-Pfad war ein versteckter Logistikweg, den die nordvietnamesische Armee nutzte, um Guerilla-Truppen im Süden zu versorgen und zu verstärken. Der Pfad schlängelte sich über tausende Kilometer durch den südostasiatischen Dschungel. Dabei durchquerte er Laos und Kambodscha und mündete zurück nach Vietnam. Den gesamten Krieg lang war es ein Ziel der Amerikaner und ihrer Verbündeten, diesen Pfad zu zerstören, was ihnen jedoch nicht gelang. 

Mit Fortlauf des Krieges stieg die Zahl der Verluste auf beiden Seiten immer weiter. Die Stimmung in der US-Bevölkerung hatte sich schon eine Weile gegen den Krieg gedreht. 1973 zogen die USA ihre Truppen aus Vietnam ab. Zuvor hatten sie versucht, die ARVN so auszurüsten, dass sie sich selbst gegen den Norden wehren kann.

Der Versuch scheiterte kläglich und die nordvietnamesische Armee marschierte 1975 in die Hauptstadt Südvietnams, Saigon, heute Ho-Chi-Minh-Stadt. Im Verlauf des Krieges starben im Namen amerikanischer Interessen zwischen 1,3 und 3,4 Millionen Menschen. 

Kambodscha (1969–1973): Als der Vietnamkrieg auf das Nachbarland übergriff

Auch Kambodscha wurde als Nachbarland Vietnams in die Kampfhandlungen verwickelt. 1969 erlaubte der damalige US-Außenminister Henry Kissinger den Einsatz amerikanischer Flugzeuge gegen Kambodscha. Ziel war es, den Ho-Chi-Minh-Pfad, mit dem der Norden Waffen und Kämpfer:innen in den Süden brachte, ausfindig zu machen und zu vernichten. Dabei gab er die Order „Everything that flies on everything that moves“ – „Alles, was fliegt, auf alles, was sich bewegt“. 

Das Ergebnis ist verheerend. Während „Operation Menu“, wie der Einsatz genannt wurde, warf die US-Airforce 108.000 Tonnen an Sprengstoff über Kambodscha ab. Schätzungen gehen von 50.000 bis 150.000 zivilen Todesopfern aus. Dennoch war die Mission eine taktische Niederlage für die USA. Es war ihnen nicht gelungen, den Ho-Chi-Minh-Pfad zu zerstören. In den folgenden drei Jahren warf die US-Airforce noch weitere 430.000 Tonnen an Sprengsätzen über das Land ab.

Laos (1964–1973): Bombenkrieg im Verborgenen

Ebenso wie Kambodscha wurde auch Laos während des Vietnamkriegs zum Ziel amerikanischer Angriffe. Die CIA plante die Bombenangriffe im Geheimen. Die Angriffe sollten die Versorgung der Viet-Cong-Kämpfer über den Ho-Chi-Minh-Pfad abschneiden.  Erst 1971 wurden sowohl die „Operation Barrelroll“ als auch das Ausmaß der Zerstörung vor dem Kongress bekannt. 

Zwischen 1964 und 1973 warf die US-Airforce insgesamt 2,5 Millionen Tonnen Sprengstoff ab. Schätzungen gehen von rund 200.000 zivilen Todesopfern aus. Bis heute gilt Laos als das am meisten bombardierte Land der Welt.

Korea (1950–1953): Der Krieg, der nie wirklich endete

Bis 1945 war Korea von den Japanern besetzt. Mit Ende des Krieges und den nachfolgenden Verhandlungen sollte ein unabhängiger koreanischer Staat geschaffen werden. Doch das Land wurde entlang ideologischer Linien und dem 38. Breitengrad gespalten. Im Norden regiert bis heute die kommunistische Kim-Dynastie – im Süden wird ein kapitalistisches Regime eingesetzt. 

Im Juni 1950 startete der Norden eine Invasion in den Süden, mit dem Ziel, das geteilte Korea wieder zu vereinen. Die Schutzmacht des Nordens, die Sowjetunion, unterstützte Nordkorea zwar bei seiner Invasion, griff aber nicht aktiv in die Kämpfe ein. Die USA eilten unter einem Mandat der UN dem Süden zu Hilfe und verhinderten bei Pusan die Kapitulation der Republik Korea.

Gegen Ende 1950 hatten die südkoreanischen und US-Truppen Nordkorea an die Grenze zu China zurückgedrängt. Die frisch gegründete Volksrepublik China intervenierte auf Seiten Nordkoreas. Es folgten drei Jahre erbitterter Kämpfe, bei denen insgesamt zwischen 2,5 und 5 Millionen Menschen starben. Schätzungen zufolge wurden zwischen 1,5 und 3 Millionen Zivilist:innen getötet.

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Tags: CIAIndonesienKambodschaKoreaLaosUS-InterventionenUSAVietankireg

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